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© Henk Swinkels

Europameisterschaften ab 2016 mit 16 und zwölf Teams

Die Teilnehmerfelder der Wasserball-Europameisterschaften werden ab 2016 aufgestockt werden: Bei den nach Belgrad (Serbien) vergebenen Titelkämpfen soll nach dem jüngsten Beschluss des LEN Bureaus dann 16 Männer- und zwölf Frauenmannschaften ins Renne gehen - jeweils vier mehr als zuvor, wie die LEN bekanntgab. Mit der Erhöhung der Teilnehmerzahl folgt der europäische Dachverband des Wasserballspiels einem Trend anderer Ballsportarten, die in den vergangenen Jahren ebenfalls die Teilnehmerfelder ihrer großen Championate aufgestockt haben. Es die größte EM-Reform seit der Auslagerung der Wasserball-Championate von den „großen" Schwimm-Europameisterschaften im Jahre 1999.



Eine Erhöhung der Teilnehmerzahlen bei den Wasserball-Europameisterschaften, die in ihrer aktuellen Form seit 1999 ausgetragen, war immer wieder diskutiert worden, hatte bisher allerdings keine Fürsprache getroffen. Im Männenbereich gibt es seit einigen Jahren weitere Teams in der erweiterten Spitze, und mit Katalonien könnte im Zuge der Abspaltungen in Europa seit 1991 eine weitere spielstarke Wasserball-Nation hinzukommen. Zuletzt hatte sich die frühere Sowjetrepublik Georgien erstmals das EM-Ticket erspielt.
 
Etwas schwieriger gestaltet sich die aktuelle Situation im europäischen Frauen-Wasserball, zumal es jenseits des sechsten bzw. siebten Platzes schon seit langen Jahren ein extrem großes Leistungsgefälle zu vermelden gibt. Allerdings boten sich beim bisherigen Achterfeld mit garantierten Startplätzen für den EM-Gastgeber den nachfolgenden Nationen oftmals nur wenig Perspektiven für eine längerfristige, erfolgreiche Arbeit, da die Topmannschaften zu weit entfernt waren. Damit hätte auch die im personellen Umbruch steckende DSV-Auswahl nach der jüngst verpassen EM-Qualifikation wieder eine machbare Perspektive für eine Rückkehr auf die große europäische Bühne.
 
Organisatorisch sollte die Aufstockung beider Turniere zudem keine Probleme verursachen, zumal weiterhin nur eine Spielstätte erforderlich sein würde und den gestiegenen Kosten immerhin auch weitere Zuschauer- und Fernseheinnahmen gegenüberstehen dürften. Bei den Frauen wird dem Vernehmen nach dann der bisherige Spielmodus des Männerturniers mit zwei Sechsergruppen zur Anwendung kommen. Der 16er-Wettbewerb der Männer soll nach den aktuellen Vorstellungen mit dem vormaligen WM-Modus zur Austragung gelangen (vier Vierergruppen, Gruppensieger direkt im Viertelfinale, Überkreuzduelle der Gruppenzweiten und -dritten).
 
Eine Aufstockung der Teilnehmerfelder war nach Einschätzung der Beobachter überfällig, um der Sportart in einer Reihe von Ländern durch EM-Teilnahmen der Nationalmannschaften zusätzliche Förderung oder eine längerfristige Planungssicherheit zu verschaffen. 2012 kamen beispielsweise vier der zwölf qualifízierten Teams aus dem früheren Jugoslawien, was die europaweite Präsentation der Sportart erschwert. Die erste Veranstaltung mit den aufgestockten Teilnehmerfeldern wird LEN-Angaben zufolge bereits zu Beginn des Jahres 2016 in Belgrad stattfinden, wo es ähnlich wie 2012 im niederländischen Eindhoven eine große Hallenveranstaltung geben soll.

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