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© Mario Adam

DSV-Tagung: Problemfelder Frauen und Finanzen - U19-Nixen nicht zur EM

(Claus Bastian) Bei der zweitägigen Frühjahrstagung in Hamburg haben Fachsparte und Fachausschuss Wasserball des Deutschen Schwimm-Verbands (DSV) unter Leitung ihres Vorsitzenden Ewald Voigt-Rademacher (Dielheim) den aktuellen Stand des einzigen Mannschaftsspiels im Verband rundum beleuchtet und den Weg für mögliche Lösungen aufgezeigt. Ein besonderer Schwerpunkt an der Elbe war nach den EM-Aus der A-Nationalmannschaft diesmal der Frauenwasserball.

Im Bereich der Finanzen konnten noch keine Fortschritte bei der Gewinnung neuer Sponsoren erzielt werden. Lediglich für die A-Mannschaft der Männer gibt es mit dem ungarischen Ausrüster „Diapolo" einem zuverlässigen Partner im Vorfeld der Europameisterschaft von Budapest (Ungarn/14. - 27. Juli). Dagegen wurde die Teilnahme der weiblichen U19-Auswahl des DSV an der Europameisterschaft in Rom (Italien) im September aufgrund fehlender Finanzen aus Bundesmitteln rückgängig gemacht. Lediglich für das vorausgehende WM-Turnier der U18 in Madrid (Spanien) stehen die notwendigen Gelder zur Verfügung, wobei dieses Team bis auf ein oder zwei Ausnahmen auch das Gross des Rom-Aufgebots gestellt hätte.
 
Im Bereich Frauen-Wasserball hat der Schock nach der erstmalig verpassten EM-Teilnahme die DSV-Führung unter Cheftrainer Milos Sekulic (Krefeld) aufgerüttelt. In einer in Hamburg vorgelegten Analyse werden fünf Schwachpunkte ausgemacht, für deren Verbesserung kurz- und langfristige Lösungen dargestellt wurden. Zur Erarbeitung einer Spielphilosophie wird der Bundestrainer vor Ort bei den Bundesligavereinen seine Maßnahmen vorstellen. Zu den Maßnahmen gehört auch ein Katalog „Athletik-Training“.
 
Die Organisationsstrukturen in den Bundesstützpunkten werden im Sommer überprüft und neue für den Nachwuchs eingerichtet. Die fehlende Breite in der Spitze soll durch Ländervergleiche, die Einführung einer Jugend-Bundesliga und eine flächendeckende Implementierung des D/C-Kaders verbessert werden. Die fehlende internationale Erfahrung bei Spielerinnen und Vereinsmannschaften könne nur durch mehr Länderspiele (Weltliga-Teilnahme) und Rückkehr in die europäischen Vereinswettbewerbe nach den guten Beispielen der Vergangenheit (SG Neukölln, SV Gronau, Hohenlimburger SV, SV Blau-Weiß Bochum) erlangt werden.
 
Positive Aspekte versprechen auf Landesverbandsebene angelaufene Vorhaben zur Nachwuchsgewinnung wie der Schul-Cup (SV Württemberg), Mini-Wasserball (Hamburg), Talentsuche und Talentförderung (Hessen und Nordrhein-Westfalen). Als Belohnung für die Besten winkt ein „Gelber Ball“ als symbolische Anerkennung der Vereinsarbeit. In diesem Zusammenhang durfte sich Präsident Dietmar Schott vom ausrichtenden Hamburger Schwimmverband über die Ernennungsurkunde zum DSV-Stützpunkt Wasserball freuen.
 
Nach intensiver Vorarbeit durch Ulrich Spiegel (Esslingen) ging die Verabschiedung der eingereichten Anträge zu notwendigen WB-Änderungen glatt über die Bühne. Für die Herbsttagung gab es eine Einladung von Peter Kilz für den SV Nordrhein-Westfalen am17./19. Oktober nach Köln.

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