Spandau mit Eilschritten zum 32. Meistertitel - „perfect season"

| Sonntag 03 Juni 2012, 13:58 | Wolfgang Philipps

Die Wasserfreunde Spandau 04 haben sich vorzeitig ihre 32. deutsche Meisterschaft seit 1979 geholt. Nach dem 13:7- und 14:7-Erfolgen in den ersten beiden Partien der „best of five"-Finalserie der Deutschen Wasserball-Liga (DWL) siegten die Berliner heute in der dritten Finalbegegnung mit 11:6 (2:1, 1:0, 4:2, 4:3) gegen den ASC Duisburg und stehen mit der3:0-Führung damit vorzeitig als Meister fest. Spandau hat mit Siegen in allen 21 Meisterschaftsspielen zusätzlich zum „Double" (Meistertitel plus Pokalgewinn) auch eine „perfect season" (keine Niederlage) hingelegt. Die Westdeutschen wurden zum sechsten Mal in Serie Vizemeister, konnten im Gegensatz zu den vergangenen beiden Jahren diesmal allerdings keine der drei von bis zu fünf möglichen Finalpartien gewinnen.

Die Finalserie um die deutsche Meisterschaft des Jahres 2012 wird entgegen allen Prognosen in Vorfeld nur aufgrund der überraschend deutlichen Resultate der einzelnen Partien in Erinnerung bleiben. Der Dauerrivale von der Wedau hatte nach den interessanten Duellen des Vorjahres eigentlich zur Titeljagd geblasen, doch zum alles entscheidenden Saisonfinale driftete die Leistung beider Kontrahenten deutlich auseinander, so daß die makellose Berliner Vorstellung zum Auftakt am Mittwochabend kein Einzelereignis bleiben sollte.
 
Der Ausfall ihres angeschlagenen Schlüsselakteurs Julian Real (Rippenverletzung) zusätzlich zu dem bereits seit Wochen fehlenden Till Rohe in gleich allen drei Partien schien zu schwer wiegen, als daß die Gäste dieses spielerisch wie auch mental mit einem zählbaren Erfolg kompensieren konnten. Die heutige Partie lief unter dem Strich etwas besser: Einen Ausgleich aus Duisburger Sicht gab es zwar auch im dritten Duell einzig beim 1:1 durch Juniorenspieler Philipp Kalberg (3.), allerdings brachte die heutige Begegnung anders als in beiden Duellen zuvor diesmal kein Spielviertel vor dem Seitenwechsel, das mit einem dicken Fünf-Tore-Plus an den Titelverteidiger ging.
 
Überhaupt blieben Tore bei schwierigen äußeren Bedingungen im Charlottenburger Forumbad zunächst Mangelware - vor dem Seitenwechsel war es sogar nur deren vier. Im zweiten Abschnitt gab es sogar nur einen einzigen Treffer durch Spandaus Führungsspieler Marc Politze, der den Berlinern eine 3:1 zur Halbzeitpause bescherte. Bis zum Spielstand von 3:4 aus Duisburger Sicht (20.) folgten jeweils noch Anschlußtreffer der Gäste. Danach zog allerdings Spandau unwiderstehlich bis auf 9:3 (27.) davon, so daß die Feierlichkeiten für den 32. deutschen Meistertitel seit 1979 frühzeitig beginnen konnten. Am Ende stand auch im dritten Finalspiel ein deutlicher Sechs-Tore-Sieg der Berlier zu Buche.
 
Deutschlands nationaler Ausnahmeklub, der seit sechs Jahren von dem Serben Nebosja Novoselac betreut wird, holte sich dabei den 32. deutschen Meistertitel seit 1979 bei lediglich zwei Unterbrechungen in den Jahren 1993 und 2006. Zusätzlich dazu blieben die Berliner zum achten Mal seit 1982 während der gesamten Saison sogar komplett ohne Niederlage. Kurios: Zum Saisonfinale blieb Spandaus Torjäger Moritz Oeler, der noch eine kleine Chance auf die Torjägerkrone gehabt hatte, komplett ohne Treffer. Die Siegerehrung führte hier wie auch bei der Pokalendrunde der C-Jugend an gleicher Stelle der DSV-Fachspartenvorsitzende Ewald Voigt-Rademacher (Dielheim) durch.
 
In Richtung Spandau bleibt damit das Kompliment über seit mehr als drei Jahrzehnten konstante Arbeit auf hohem Niveau. Kommende Saison werden die Duisburger dann ihre siebte Finalteilnahme in Serie anstreben, was zumindest Beifall in Sachen Ausdauer verdient: Bisher hat in Sachen Titelkampf kein Herausforderer von Rekordmeister Spandau eine derartige Ausdauer gezeigt. Wie es im kommenden Jahr bei den langjährigen Spitzenvereinen des deutschen Wasserballs weitergeht, sind die Beobachter der Szene nun gespannt. Erfahrungsgemäß sind die nacholympischen Jahre für einschneidende Veränderungen bei den Personalien erfahrungsgemäß etwas offener. 
 
E-Protokoll 

  
 
Deutsche Wasserball-Liga 2011/2012
 
Resultate Wochenende
 
Sonnabend, den 2. Juni 2012 (Spiel 2)
16:00 Wasserfreunde Spandau 04 - ASC Duisburg 14:7 (2:1, 7:2, 3:2, 2:2) - Stand: 2:0
16:00 SG W98/Waspo Hannover - SV Bayer 08 Uerdingen 12:4 - Stand: 1:1
 
Sonnabend, den 3. Juni 2012 (Spiel 3)
12:00 SG W98/Waspo Hannover - SV Bayer 08 Uerdingen 9:6 (2:1, 3:1, 2:2, 2:2) - Endstand: 2:1
13:00 Wasserfreunde Spandau 04 - ASC Duisburg 11:6 (2:1, 1:0, 4:2, 4:3) - Endstand: 3:0
 
 
 
Alle Resulate der Medaillenspiele 
 
Endspielserie („best of five“)

Mittwoch, den 30. Mai 2012 (Spiel 1)
20:00 ASC Duisburg - Wasserfreunde Spandau 04 7:13 (0:5, 3:3, 3:3, 1:2) - Stand: 0:1
 
Sonnabend, den 2. Juni 2012 (Spiel 2)
16:00 Wasserfreunde Spandau 04 - ASC Duisburg 14:7 (2:1, 7:2, 3:2, 2:2) - Stand: 2:0
 
Sonnabend, den 3. Juni 2012 (Spiel 3)
13:00 Wasserfreunde Spandau 04 - ASC Duisburg 11:6 (2:1, 1:0, 4:2, 4:3) - Endstand: 3:0
 
 
  
Spiele um Platz drei („best of three“)
 
Mittwoch, den 30. Mai 2012 (Spiel 1)
20:00 SV Bayer 08 Uerdingen - SG W98/Waspo Hannover 10:9 (1:2, 2:3, 4:3, 3:1) - Stand: 1:0
 
Sonnabend, den 2. Juni 2012 (Spiel 2)
16:00 SG W98/Waspo Hannover - SV Bayer 08 Uerdingen 12:4 (2:1, 3:1, 5:0, 2:2) - Stand: 1:1 
 
Sonntag, den 3. Juni 2012 (Spiel 3)
12:00 SG W98/Waspo Hannover - SV Bayer 08 Uerdingen 9:6 (2:1, 3:1, 2:2, 2:2) - Endstand: 2:1